Monthly Archives: January 2016

The final countdown

Sooo, die letzten Arbeiten sind bald erledigt und Proviant für die nächsten Wochen ist gekauft. Nach einer weiteren schönen Woche in Mindelo kanns nun endlich losgehen… ab über den Atlantik! Morgen Freitag heisst es Ausklarieren, ein letztes Mal Frischwaren einkaufen, Juliane startklar machen, Wasser und Diesel tanken und los gehts. Je nachdem, wie schnell wir Morgen alles erledigt haben, fahren wir am Freitagabend oder Samstagmorgen los, Ziel Martinique, juhuu! Wenn alles gut läuft, sollten wir in drei Wochen in Martinique anlegen und können dann (hoffentlich) Croissants und Pain au Chocolat geniessen 🙂 Bis dahin sind wir mal weg vom Fenster. Da wir ausserhalb der Funkdistanz sind und unser Satellitententelefon nicht mehr will gibts die nächsten 3 Wochen keine Blogeinträge und wir verschwinden von Marinetraffic. Euch allen eine gute (blogfreie) Zeit und Schiff ahoi!

Mindelo – Santa Luzia – Sao Nicolau

Neues Jahr, neuer Bericht…

Nachdem Herr Hürzeler bereits über unsere ersten Tage in Mindelo informiert hat, bin ich nun wieder an der Reihe.

Am 21. Dezember 2015 sind Esthi (Mami) und Silvia in Mindelo gelandet, im Gepäck viele Schweizer Leckereien wie Zweifel Paprika Chips (Juhu!!), Gruyère, Schoggi (Vielen Dank an Madlen!), Thomy Mayonese, Schoggi und sogar ein Pack Luxemburgerli hats von Silvia gegeben. Nach ein paar Tagen in Mindelo sind wir dann am 26. Dezember 2015 aufgebrochen, um noch ein paar weitere Kap Verdische Inseln zu besichtigen. Der erste Tagestrip ging nach Santa Luzia, einer komplett unbewohnten Insel mit kilometerlangem Sandstrand. Silvia und Esthi haben sich während ihrer ersten Stunden auf dem offenen Meer gut gehalten und hatten sogar das Glück, bereits nach ein paar Stunden Dutzende von Delfinen zu sehen. Immer wieder schön. Während der ersten Nacht in Santa Luzia war noch ein zweites Segelschiff in der Bucht, ab dem nächsten Morgen hatten wir dieses Paradies dann komplett für uns allein. Einfach herrlich! Nach zwei Übernachtungen gings dann weiter nach Sao Nicolau.

Erster Anlegepunkt war das kleine Dorf Preguica, hübsch in den Hügel gebaut. Dadurch, dass dieses Dorf jedoch in einer grossen, ungeschützten Bucht liegt und dies entsprechenden Schwell zur Folge hatte, war die Nacht jedoch ziemlich schwankend, was für einmal nicht am Alkoholkonsum lag (Wükli nöd!). Nach einer Nacht mit wenig und schlechtem Schlaf für alle, entschieden wir uns dann am nächsten Morgen, aufzubrechen ins etwa 15 Seemeilen entfernte Tarrafal. Die Überfahrt verlief problemlos, super Wind aus der richtigen Richtung und die Juliane lief zeitweise konstant über 8 Knoten, was für eine wunderbare Abschlussfahrt für Silvia und Esthi.

In Tarrafal, einer lebendigen Hafenstadt mit fast schon karibischem Touch, lagen wir dann zuerst auch ziemlich ruhig und Esthi und Silvia genossen das schöne Wetter noch mit einem letzten Schwumm. Gegen Abend begann es dann jedoch immer kräftiger zu Winden, Tarrafal ist bekannt für seine aus dem Nichts auftretenden Fallwinde aus den Bergen. Gegen 23 Uhr hatten wir dann bereits Böen zwischen 30 und 40 Knoten und unser Dinghy, hinten am Boot angebunden, begann schon fast zu fliegen. Da es uns jedoch zu so später Stunde zu umständlich war, Motor und Dinghy aufs Boot zu nehmen, begnügten wir uns damit, Paddel und Tank aus dem Dinghy zu nehmen und dieses etwas besser anzubinden. Und wie so oft an Bord, Faulheit wird bestraft! Nur einige Minuten später hat es unser Dinghy gekehrt, dieses lag nun kopfüber auf dem Wasser, der Motor entsprechend unter Wasser. Nun mussten wir also doch noch so schnell wie möglich alles aufs Boot hieven und festbinden. Auch der Rest der Nacht verlief nicht viel ruhiger. Durchgehend starke Windböen und mit ihnen die Angst, ob unser Anker auch wirklich hält (und wie der hält!), hielten uns für einen grossen Teil der Nacht wach. Entsprechend müde ruderten (der Motor wollte noch nicht nach dem abendlichen Bad…inzwischen läuft er aber wieder tiptop, danke Andi!) wir Esthi und Silvia am nächsten Tag mit dem Dinghy an Land und brachten sie zum Aluger in Richtung Hauptstadt der Insel, Ribeira Brava, da sie am nächsten Tag nach Sal flogen.

Wieder zurück an Bord (gerudert), beschlossen wir, dass wir nun etwas Ruhe und Erholung von unserem anstrengenden Leben benötigen und noch ein paar Tage in Tarrafal vor Anker bleiben 🙂 Die restlichen Nächte verliefen dann zum Glück auch einiges ruhiger. Hier verbrachten wir nun auch Silvester und bestaunten zusammen mit den 3500 Einwohnern das überraschend grosse und schöne Silvesterfeuerwerk und dachten daran, dass wir vor einem Jahr noch im eiskalten Kroatien gefeiert haben. Am Samstag machten dann auch wir einen Ausflug in die Hauptstadt, vor allem die einstündige Fahrt mit dem Aluger war wunderschön. Je weiter wir ins Landesinnere kamen, desto grüner wurde die Insel.

Nun heisst es am Sonntag dann mal wieder ab an die Arbeit und ein paar Dinge am Boot erledigen, bevor wir dann voraussichtlich am Montagabend zurück nach Mindelo fahren werden. Dort werden dann die letzten Vorbereitungen zur Atlantiküberquerung getroffen, auf die wir uns bereits jetzt schon riesig freuen.