Monthly Archives: March 2016

Bon Bini Curaçao

Schon wieder sind so schnell so viele Wochen vergangen, seit dem 6. März 2016 sind wir bereits in Curaçao. Die Überfaht von St. Lucia verlief problemlos, wenn auch mit etwas wenig Wind zu Beginn. Mit einigem Abstand zur venezoelanischen Küste (ein Gebiet, das Momentan aus Sicherheitsgründen zu meiden ist) segelten wir gen Westen und dann steil südwärts nach Curaçao. Den ersten Tag verbrachten wir auch hier, wie meistens, mit Besuchen auf dem Zollbüro, der Immigration und dem Hafenmaster, um uns offiziell in Curaçao anzumelden und die erforderliche Ankerbewilligung zu erhalten. Da Curaçao aufgrund seiner Nähe zur venezoelanischen und kolumbianischen Küste ein beliebter Zwischenstopp unter anderem für Kokainschmuggler ist, sind die Regelungen hier ziemlich strikt. Nur für die Bucht Spanish Waters erhält man eine dreimonatige Ankerbewilligung, für alle anderen Buchten wird lediglich eine Bewilligung für drei Tage erteilt, unter Angabe des exakten Datums, wann man dort sein möchte. Dies engt den freiheitlichen Gedanken vom Reisen mit dem Segelschiff natürlich etwas ein, doch bleibt einem nichts anderes übrig als sich damit zu arrangieren.

Bis Nina und Marius am Samstag, 12. März 2016, in Curaçao ankamen, wurde Juliane mal wieder etwas auf Vordermann gebracht. Das Cockpit wurde endlich mal wieder geschliffen und lackiert, das Schiff geputzt, Wäsche gewaschen und die Möglichkeiten abgeklärt, wo und wie wir unsere Aussenbordermotoren in den Service bringen konnten, da beide schon seit längerer Zeit Schwierigkeiten bereiteten.

Am Samstag gings ab an den Flughafen, um unsere Gäste aus der kalten Schweiz in der karibischen Wärme zu empfangen. Gemeinsam gings dann zurück zur Juliane und es wurde auf die Ankunft angestossen. Am Sonntag gabs dann erst mal einen Strandtag am bekannten Mambo Beach. Am Montag gingen wir nach Willemstad, Stadtbesichtigung, super Mittagessen in der Markthalle und die Ankerbewilligungen für die nächsten Tage einholen. Nachdem wir dann am Mittwochmorgen das Wasserboot bestellt haben (in Spanish Water kann per Funk das Wasserboot bestellt werden, welches dann am Ankerplatz vorbeikommt und die Wassertanks auffüllt) wollten wir aufbrechen zur Piscadera Bay, wo Marius und Nina für zwei Tage ein Hotel gebucht hatten. Motor an, Anker lichten, losfahren…sollte man meinen. Bei uns gings leider nur bis zur Hälfte des Ankerlichtens, danacht starb unser Motor. Alles halb so wild, Dieselfilter wechseln, nochmals probieren. Beim zweiten Versuch konnten wir doch etwa zweihundert Meter fahren, danach starb der Motor wieder. Als auch ein dritter Versuch keinen Erfolg brachte, war klar, dass wir am Mittwoch nicht mehr wegkommen. Da wir für einen der beiden Dieselfilter keinen Ersatz mehr an Bord hatten, mussten wir diesen erst noch besogren. Nina und Marius mussten somit auf dem Landweg ins Hotel, Andi und Ich machten uns auf die Suche nach dem richtigen Filter. So bekommen alle unsere Gäste einen Einblick ins Leben und Leiden mit einem Boot 🙂 Die Suche nach dem Filter war erst am Donnerstagmorgen erfolgreich, es reichte aber noch, um in die Piscadera Bay zu segeln und am Abend mit den Anderen den Geburtstag von Marius zu feiern. Am Tag darauf hiess es dann erholen sowie nochmals Verproviantieren, damit wir für die folgenden Tage in Santa Cruz genügend Essen und Bier an Bord hatten. Als Andi unsere Hotelgäste am Steg abholte, gab unser Aussenbordermotor noch seinen Geist auf…diesmal scheinbar für immer. Somit waren wir vorerst ohne Motor am Dinghy unterwegs, was heisst es wird gepaddelt.

Nach einem schönen Segeltörn ankerten wir in der Santa Cruz Bucht mit schönem Strand und guten Schnorchelspots. Aufgrund des starken Windes war es jedoch vorerst nicht möglich, mit dem Dinghy an Land zu paddeln, also wurde geschwommen, was erstaunlich gut funktionierte. Am Montag war es dann sogar möglich, mit dem Dinghy an Land zu paddeln und wir machten noch einen Spaziergang in die Nachbarsbucht, Playa Lagun. Am Dienstag gings zurück nach Spanish Waters, da wir am Mittwoch einen Termin für den Service unseres Aussenborder. Mit ziemlich starkem Gegenwind wurde es eine etwas mühsame Fahrt, Wind und Wellen gegenan und dementsprechend Bewegung auf der Juliane. Doch auch diese Fahrt war irgendwann vorbei und wir ankerten wieder sicher und ruhig in Spanish Waters.

Am Mittwoch hatten wir ein Auto gemietet, um unsere beiden Aussenborder sowie der zu Beginn der Atlantiküberquerung zerrissene Parasailor in fähige Hände zu übergeben. Beim einten Aussenborder hiess es, wir könnten ihn bereits nach zwei Stunden wieder abholen. Als alles erledigt war machten wir uns dann mit dem einten, vermeintlich wieder funktionierenden Aussenborder auf den Weg nach Hause. Dann die schöne Überraschung…Aussenborder läuft immer noch nicht. Somit durften wir mal wieder paddeln. Da der Vergaser ersetzt, und dieser erst noch bestellt werden muss, sind wir bis jetzt ohne Motor am Dinghy unterwegs. Diese Woche sollten wir den anderen Motor abholen können, und so Gott und Allah wollen, läuft dieser dann auch.

Seit heute sind wir in der Fuiik Baai, nur eineinhalb Seemeilen von SpanishWaters entfernt. Hier ankern wir sehr nahe am Strand und somit ist auch das An-Land-Kommen kein Problem. Es wimmelt hier zudem von Schildkröten, immer wieder taucht einer dieser süssen kleine Köpfe aus dem Wasser auf. Hier werden wir nun bis am Donnerstagmorgen bleiben und mit einer Strandgrillade in Andis Geburtstag hineinfeiern.