Monthly Archives: August 2017

Tierische Zeiten

Unsere letzten Tage in Vanuatu verbrachten wir vor der Ratua Insel. Nach Ausgiebigem Insel-Hopping genossen wir hier mal wieder das Sein und natürlich die vielen Schildkröten, die wir in dieser Bucht zu sehen bekamen. Alle paar Minuten streckte eine Schildkröte ihren Kopf aus dem Wasser. Auch unter Wasser hatten wir die Möglichkeit, diese tollen Tiere zu beobachten. Nach einigen Tagen an diesem schönen Ort brachen wir auf nach Luganville, der zweitgrössten Stadt Vanuatus. Hier kauften wir Proviant ein für die nächste Überfahrt und erledigten die Ausklarierungsformalitäten. Wir verliessen Vanuatu dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Vorfreude, nach Australien zu segeln und dort viele alte Bekannte zu treffen, war gross. Wir hatten aber auch eine fantastische Zeit in Vanuatu und wären gerne noch einige Monate länger dort geblieben.

Nemo in Vanuatu

Schildkröten

Ratua Island

 

Die Überfahrt war in den ersten Tagen etwas ruppig, die überraschend kurzen Wellen liessen unsere Juliane gut schaukeln und raubten mir teils die Nerven. Nach ein paar Tagen beruhigte sich das Meer jedoch und wir schipperten gemütlich dahin. Unterwegs gabs diverse tierische Besuche, Delfine zeigten sich regelmässig, meist zum Sonnenuntergang, vor unserem Bug. Auch Vogelbesuche gabs, einer blieb eine volle Nacht sitzen. Da am nächsten Morgen unser Boot voller Vogelkot war und dieser auch noch abscheulich stinkt, verscheuchten wir die gefederten Besucher fortan. Gegen Ende der Überfahrt verabschiedete sich der Wind dann fast ganz, Motor an, weiter geht’s! Etwa 100 Seemeilen vor der Küste Australiens begann das Great Barrier Reef, durch eine gut betonnte und auch relativ breite Einfahrt passierten wir dieses. Hinter dem Riff wurde das Meer dann nochmals deutlich ruhiger, die grossen Wellen des Pazifiks brechen auf dem Riff. Wir hörten und sahen Buckelwale aus der Entfernung, die momentan Richtung Norden ziehen, um im warmen Wasser zu gebären. So verbrachten wir angenehme letzte 24 Stunden, bevor wir dann in Mackay anlegten, um einzuklarieren. Wir hatten ziemlichen Respekt vor dem Einklarieren in Australien, hatten wir doch zuvor viele „Horrorstorys“ im Internet gelesen und von anderen Seglern gehört. Anscheinend werden die ankommenden Boote teils komplett ausgeräumt und durchsucht, und das bei einem Ansatz von 50 Dollar pro Viertelstunde. Das ganze Prozedere verlief dann aber erstaunlich unkompliziert und professionell ab.

Segeln in den Sonnenuntergang…

… mit Begleitung von Delfinen

Delfine am Tag

Vogelbesuch

 

Nach ein paar Tagen auf See und vor Anker liessen wir unsere Juliane dann an einer Mooring in Airlie Beach zurück und fuhren für eine Woche auf das Farmhaus von Andis ehemaliger Gastfamilie. Es war das erste Mal, seit wir vor zwei Jahren aus der Schweiz abgereist sind, dass wir unser schwimmendes Zuhause für eine so lange Zeit verlassen haben. Dank den vielen neuen Eindrücken auf der Farm geriet das Boot aber schon bald in Vergessenheit. Am Nachmittag zeigte sich im Garten der Farm zuerst ein grosser Guana, der ruhig umherspazierte. Während dem Apéro auf der Veranda sahen wir dann plötzlich Wallabys, kleine Känguruhs, durch die Felder hoppeln. So ging es dann Tag für Tag weiter und wir konnten die australische Naturwelt ohne grosse Anstrengung geniessen, sie passierte einfach um uns herum. Mit Simi und Sam, die aus der Schweiz angereist waren, besuchten wir dann noch den Eungella National Park. Einige Tage später fuhren wir zurück zu unserer Juliane, gemeinsam mit Simi und Sam. Da Simi leider seekrank wurde, mussten sie das Boot jedoch bereits nach zwei Tagen wieder verlassen. Wir bastelten somit noch etwas am Schiff herum, die überholte Ankerwinsch wurde wieder montiert, und seit gestern haben wir bereits neuen Besuch aus der Schweiz, Gioia und Michi sind angereist. Mit ihnen erkunden wir nun in den nächsten Tagen die Whitsunday Islands.

Frosch auf der Farm

Ausnahmsweise gesundes Frühstück

Wasserfall im Nationalpark