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Von Flores nach Bali

Nach unserer Ankunft in Labuan Bajo an der Westküste von Flores mussten wir erst einmal alle Nachrichten, in denen sich Freunde nach unserem Wohlergehen erkundeten, beantworten. Nachdem wir Wangi Wangi in Südsulawesi am Freitagmorgen verlassen haben und uns auf die dreitägige Überfahrt nach Flores machten, gab es am Freitagabend in Zentralsulawesi ein starkes Erdbeben gefolgt von einen Tsunami, der die Stadt Palu an der Westküste Sulawesis getroffen hat. Auf dem offenen Meer kriegt man davon überhaupt nichts mit, da ein Tsunami dort bloss eine Welle von ein paar Zentimetern ausmacht und auch in Wangi Wangi wären wir nicht direkt betroffen gewesen. Erschrocken sind wir natürlich dennoch etwas als wir Erfahren haben, was so kurze Zeit nach unserer Abreise nur ein paar hundert Meilen weiter passiert ist.

In Labuan Bajo ankerten wir nicht direkt im Stadthafen sondern in einer Bucht etwas abseits, um dem ganzen Schiffsverkehr aus dem Weg zu gehen. Von hier aus legen alle Touristenboote ab um in den Komodo Nationalpark zu gelangen. So war Labuan Bajo dann auch der am weitaus touristischste Ort, an dem wir in Indonesien bisher waren. Dies hat abgesehen von all den Touristen natürlich auch seine positiven Seiten und wir konnten auswärts den ersten Burger (sogar mit Speck!!) seit einer gefühlten Ewigkeit geniessen und in einem italienischen Delikatessengeschäft hausgemachte Ravioli kaufen, uhuu! Zwischen diesen kulinarischen Leckereien haben wir uns dann auch gleich noch zweimal eine ausgiebige Ganzkörpermassage gegönnt. Uns geht es also weiterhin ganz gut in Indonesien 🙂 Leider kam meine Angina, die ich vor ein paar Wochen hatte, wieder zurück und so entschied ich mich noch zu einem Besuch im Krankenhaus, was sich tatsächlich als kurzen Besuch herausstellte. Es gab einen separaten Empfangsschalter für Touristen mit englisch sprechendem Personal, von dem ich dann gleich an einen Allgemeinarzt verwiesen wurde und diesen bereits nach ein paar Minuten Wartezeit sehen konnte. Ich bekam nochmals Antibiotika verschrieben und musste mich für die nächsten Tage beim Schnorcheln und Biertrinken zurückhalten.

Hafen von Labuan Bajo

Insellandschaft im Komodo-Nationalpark

 

Nach ein paar Tagen in Labuan Bajo segelten wir zur Insel Rinca im Komodo Nationalpark. Auf Rinca leben unter anderem die Komodowarane, die es nur auf einigen Inseln in diesem Nationalpark gibt. Da wir diese Riesenechsen, die bis zu 3 Meter lang werden können und ihre Beute mit ihrem giftigen Speichel töten, bereits in einigen Tierdokus gesehen haben, mussten wir uns diese natürlich auch noch in echt ansehen. Da wir gelesen haben, dass am frühen Morgen die Chancen, die Warane zu sehen am grössten sind, haben wir uns um 6:30 mit unserem Guide (ohne Guide darf man auf der Insel nicht herumlaufen) für die zweistündige Tour verabredet. Tatsächlich konnten wir bereits beim Eintreffen auf der Rangerstation einige Warane bestaunen. Diese kommen jeden Morgen zur Station um die Essenreste, die ihnen hingelegt werden, zu verspeisen. Durch die Haltung dieser „Haustier-Warane“ hatten wir also sofort einen Sichtungserfolg. Auf der Tour durch die Insel haben wir dann nur noch einen weiteren Waran gesichtet, dafür aber auch Affen, Wildschweine und Wasserbüffel.

Komodo-Waran

Affen

Wildschwein

Wasserbüffel

Aussicht über Rinca

Nach unserem Landausflug machten wir uns dann direkt auf zur nächsten Insel nach Gili Lawa Darat, wo es zu unserer Freude praktisch keine anderen Boote hatte. Hier genossen wir für drei Tage die schöne Aussicht, Lesen, Schwimmen, Schnorcheln (leider nur für Andi).

Gili Lawa Darat

Rehe am Strand

Juliane from the Beach

Wasserschildkröte

Auf den Hügel der Insel haben wir es leider nicht geschafft, da dies gemäss den Rangern zur Zeit aufgrund von Brandgefahr verboten ist und die Hügel erst nach der Regenzeit wieder bestiegen werden dürfen. Die zwei Österreicher von unserem Nachbarsboot haben sich trotzdem hinaufgeschlichen und uns dieses tolle Bild von “Juliane” und “Mango Roa” zukommen lassen.

Die zweitägige Überfahrt nach Lombok legten wir grösstenteils unter Motor zurück, da für längere Zeit kein guter Wind in Sicht war. Wir legten im Nordwesten der Insel in der Medana Bay an, wo wir eine Mooring der Marina nahmen. Im Norden von Lombok gab es im August dieses Jahres ein starkes Erdbeben, dessen Schäden deutlich zu sehen waren. Die meisten Häuser sind dem Erdboden gleichgemacht oder zumindest so sehr zerstört worden, dass sie nicht mehr bewohnbar sind. Überall stehen nun provisorische Hütten aus Holzbrettern oder Zeltplachen.

Erdbebenschäden

Nach vier Tagen verliessen wir Lombok und segelten 30 Meilen westlich nach Bali, wo wir zuerst in Amed an der Nordküste halt machten. Von hier aus ging es dann weiter ins 50 Meilen entfernte Lovina, wo wir momentan sind. Hier müssen wir unser indonesisches Visa verlängern, was ein paar Tage in Anspruch nehmen wird. Zudem werden wir ein paar Arbeiten am Boot erledigen (die hydraulische Steuerung macht faxen, ein Wassertank will gereinigt werden, wir benötigen neuen Diesel und der Motor hat etwas Zuwendung verdient) und einen Grosseinkauf mit Grundnahrungsmitteln und westlichen Köstlichkeiten wie Käse und Speck für die nächste Zeit machen, es gibt hier nämlich einen Carrefour mit allem, was sich der europäische Magen wünscht 🙂

Happy Hour vor dem Agung Vulkan in Amed

Wassertanken à la Indonesien

Deutsches Mehl für unser Brot haben wir bereits gekauft 🙂