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Von Belitung über Malaysia nach Thailand

Nach der Ankunft von Nina und Zac verbrachten wir nochmals etwa eine Woche gemeinsam auf Belitung, da wir auf guten Wind (oder besser gesagt, keinen Gegenwind) für die Weiterfahrt zu den Lingga Inseln warten mussten. Nach ein paar Willkommens-Bier am ersten Abend machten wir einen Ausflug in die Stadt und gaben unseren Besuchern einen ersten Eindruck vom Treiben auf einem Indonesischen Markt. Es folgte ein Ausflug in einen Naturpark, in dem wir einen süssen kleinen Koboldmaki sehen konnten. Wir machten ein paar Dinghy-Ausflüge auf die kleinen Inseln um unseren Ankerplatz, auf einer durften wir sogar einige Babyschildkröten aus der Aufzucht-Station freilassen, für mich als Schildkröten-Fan ein Highlight. Natürlich haben wir auch oft und gut und günstig in einem der hunderten Indonesischen Restaurants gegessen. Die langsam einsetzende Regensaison machte sich leider auch bemerkbar und so mussten wir immer wieder längere Regenphasen aussitzen – Zeit, dass wir Weg nach Norden gutmachen.

Granitfelsen in Belitung

Baby-Schildkröten in der Aufzuchtstation

Und auf dem Weg ins Meer

Koboldmaki

Die Überfahrt von Belitung zu unserem ersten Stop in der Lingga-Inselgruppe dauerte zwei Tage und war zeitweise sehr von Gewittern geprägt. Unsere beiden Gäste an Bord schlugen sich jedoch sehr tapfer und stellten sich als extrem seefest heraus. Dennoch waren wir alle froh, als wir nach zwei Tagen den Anker vor der Insel Pena’ah einfahren konnten. Nach dem sehr wohlhabenden und gut entwickelten Belitung war das Ankommen hier wieder ein ganz anderes Erlebnis, die Einwohner der Lingga Inselgruppe verdienen ihr Geld hauptsächlich mit Fischfang und dem Verkauf von Krebsen. Die Häuser auf Pena’ah sind alle auf Holzpfählen ins Wasser gebaut. Als wir an Land gingen mussten wir jedoch beeindruckt feststellen, dass die Häuser, welche vom Meer her ziemlich rustikal und einfach aussehen, in einem super Zustand und bestens ausgestattet waren. Im Dorf haben wir uns dann natürlich auch gleich eine Portion frischer Krebse gekauft, welche wir zurück auf dem Boot zubereitet und als leckeren Nachmittags-Snack verspeist haben.

Fischer-Häuschen vor Pena’ah

Haus in Pena’ah

Dorfweg

Regen zieht auf

Abfall am Strand – leider ein normaler Anblick
Am nächsten Tag machten wir eine kurze Tagesfahrt zur nächsten Insel Senayang. Das besondere an dieser Fahrt war, dass wir, nach zwei Jahren auf der Südhalbkugel, den Äquator wieder überquerten und uns nun zurück in der nördlichen Hemisphäre befinden. Da wir keinen Rum an Bord hatten, musste sich Neptun halt mit einem Schluck Bier zufrieden geben. Alle unsere Witze, dass es auf der anderen Seite des Äquators, wo nun der nördliche Winter begann, weniger Regen gibt, waren gar nicht so falsch. Es wurde zumindest mit jeder zurückgelegten Meile nach Norden etwas weniger regnerisch.

Null Grad Nord – wir sind zurück!

Äquator-Selfie

Senayang – auch auf Stelzen gebaut

Andi und Zac spielen Volleyball

Gruppenfoto nach dem Spiel

Kinderbesuch an Bord

Und auch die Dorfjugend kommt vorbei

Von Senayang aus fuhren wir mit drei weiteren Tagestrips zur Insel Batam. Diese liegt direkt Gegenüber von Singapur, nur getrennt durch die berühmte Strasse von Singapur, welche wir bald durchqueren würden. In Batam mussten wir aus Indonesien auschecken, was sich als sehr nervenzehrende Angelegenheit herausstellte. Nach ein paar Tagen und einem Zwischenstopp in der Nongsa Point Marina war dann aber auch das erledigt und wir waren bereit, nach Malaysia aufzubrechen.

Auch in Batam gabs noch Regen

Als erstes mussten wir nun die Strasse von Singapur, die am meisten befahrene Seestrasse der Welt, mit all ihrem Frachtschiffsverkehr durchqueren. Etwas nervös waren wir, oder zumindest ich, natürlich schon. Die ersten paar Stunden erforderten dann auch grosse Aufmerksamkeit beim Navigieren, die Durchfahrt verlieft aber absolut unproblematisch. Ein eindrückliches Erlebnis war es allemal, so dicht an all den Frachtschiffen vorbeizufahren. Nach etwa sechs Stunden waren wir durch und befanden uns nun in malaysischen Gewässern, am südlichen Anfang der Strasse von Malakka. Die offizielle Schifffahrtsroute konnten wir nun verlassen und hatten somit wieder etwas grösseren Abstand zu den Frachtschiffen. Dennoch fuhren wir meist ziemlich knapp an der Grenze zur Schifffahrtsroute, um den vielen, vor allem in der Nacht tätigen, malaysischen Fischerbooten mit ihren Netzen und Leinen möglichst nicht in die Quere zu kommen. Insgesamt war aber auch der erste Teil der Strasse von Malakka weniger hektisch als angenommen. Nach eineinhalb Tagen kamen wir in Port Dickson an, wo wir uns bequem in der Marina (mit Gym und Swimmingpool) festmachten.

Schiffe in der Strasse von Singapur

Hallo Tanker!

Nur ein paar Schiffe auf dem AIS – in der Mitte sind wir

Fischerboote in der Strasse von Malakka

Von Port Dickson aus machten wir einen dreitätigen Landausflug nach Kuala Lumpur, der ersten Grossstadt nach einer Ewigkeit. So genossen wir in Kuala Lumpur dann auch die grosse Auswahl an Restaurants und im H&M leisteten wir uns beide ein paar neue, saubere Kleider. Auch ein IKEA-Besuch stand noch auf der Liste 🙂 Zurück in Port Dickson verbrachten wir nochmals ein paar Tage in der Marina bis zur Heimreise von Nina und Zac.

Petronas Towers in Kuala Lumpur

Es gibt auch wieder westliche Toiletten – mit Gebrauchsanweisung

Upsidedown Haus in Kuala Lumpur

Danach machten wir uns auf zur zweitätigen Überfahrt nach Georgetown auf der Insel Penang. In Penang stoppten wir hauptsächlich, um unser Visa für Thailand zu beantragen, durften dann aber feststellen, dass Georgetown eine schöne und sehr angenehme Stadt ist, in der es sich gut ein paar Tage auf ein Visa warten lässt. Wir bestiegen den höchsten Berg der Insel, der doch auf über 800 Meter kommt. Nach unten ging es dann in einer schweizer Zahnradbahn. Auch bezüglich dem Einkauf von Lebensmitteln waren die Läden in Georgetown wieder auf einem ganz anderen, für uns schon ungewohnten Niveau und wir konnten uns mal wieder einen kleinen Vorrat an Schinken, Speck, Mozzarella und anderen westlichen Köstlichkeiten zulegen. 

Blick über Penang und Georgetown

Nach vier Tagen in Penang waren wir dann bereit für unsere letzte Überfahrt in der Strasse von Malakka und in Malaysia, wir gingen nach Langkawi. Dort kamen wir am Morgen des 25. Dezembers an und erkundeten zuerst die Stadt Kuah ein bisschen. Dank einem Tipp von einem befreundeten Segler fanden wir bald eine Bar, die den ganzen Weihnachtstag lang gratis Bier ausschenkte. Dies liessen wir uns natürlich nicht entgehen, assen dort Mittags wie auch Abends und genossen gratis Bier. Der Rest ist wohl Weihnachtsgeschichte.

Tanken in Langkawi

Abgesehen von unserer Lieblingsbar waren wir allerdings etwas enttäuscht von Langkawi. Die Inseln boten zwar einige schöne Ankerplätze, das Wasser war aber weiterhin, wie in der gesamten Strasse von Malakka, sehr trüb und nicht sehr einladend zum Schwimmen. Zudem wimmelte es in der ganzen Inselgruppe von Touristenbooten und Jet Ski Gruppen. Ja, wir sind verwöhnt, aber wir mögen es nun mal in etwas klarerem Wasser zu schwimmen ohne riesige Touristengruppen um uns herum. Nach zwei Tagen Inselhüpfen fuhren wir dann zur Rebak Marina, wo wir über Neujahr blieben. Ein klarer Pluspunkt in Malaysia ist, dass die Marinas sehr günstig sind und wir deshalb, zum ersten Mal seit wir Lanzarote verlassen haben, wieder einige Male eine Marina besucht haben. Ein paar Tage nach Neujahr sind wir dann zurück nach Kuah um frische Lebensmittel und Duty-Free Alkohol (die gesamte Insel ist zollfreies Gebiet) einzukaufen sowie aus Malaysia auszuchecken.

Felsinseln von Langkawi

Bier-Einkauf

Die Überfahrt zur ersten Thailändischen Insel Ko Lipe dauerte nur etwa fünf Stunden, und so konnten wir bereits nach kurzer Zeit unseren Anker im tatsächlich viel klareren Wasser von Thailand werfen.