Letzte Segelwochen in Griechenland

Nach einer dreitägigen Überfahrt durchs Mittelmeer sind wir Ende Mai in Kastellorizo in Griechenland angekommen. Zum ersten Mal seit langer Zeit legte die SY Juliane wieder in Europa an. Was das Ankern betrifft, mussten wir uns gleich umgewöhnen: Frei ankern in der Bucht ist oft keine Option, da hierfür schlicht der Platz fehlt. In Kastellorizo hiess es deshalb Anker runter und mit dem Heck zum Quai, wo wir uns mit Leinen befestigten. Klassisches ankern à la méditérranée.

Kastellorizo

Kastellorizo ist ein typisches griechisches Dorf, malerische Häuser in allen Farben prägen die Bucht. Nach den Einklarierungsformalitäten, wir mussten Schiff und Crew wieder in den Schengen-Raum einführen, statteten wir uns im Supermarkt erst mal Bier, Feta und Rohschinken aus und genossen die Gaumenfreuden. In Sachen Essen macht Europa so schnell keiner was vor und wir schätzten es, all die Leckereien wieder zu erhalten. Auch das Umherspazieren macht wieder mehr Freude als in asiatischen Städten oder der Wüste des Sudans und so schlenderten wir oft durchs Dorf und erklommen den Hügel dahinter.

Kastellorizo von oben
Burgbesteigung
Aussicht aufs türkische Festland

Um einige Gyros im Magen reicher verliessen wir Kastellorizo nach fünf Tagen und fuhren über Nacht nach Rhodos, wo wir in der Bucht von Lindos ankerten. Da wir gemäss Wettervorhersage erst eine Woche später ein gutes Wetterfenster für unsere Weiterfahrt erhalten, beschlossen wir, die Zeit in Rhodos für einige Unterhaltsarbeiten zu nutzen. Wir schliffen und strichen den Wasserlauf, was längst überfällig war, polierten Edelstahl und reinigten die Wasserlinie. Als wir eine Woche später wieder aufbrachen, sieht unsere Juliane schon fast wieder wie neu aus.

Wir fahren vorbei an vielen Inseln in Richtung Athen, daran vorbei und durch den Kanal von Korinth. Dieser ist mit 200 Euro für die 30-minütige Durchfahrt zwar nicht günstig, aber zum Abschluss unserer Reise können wir uns ja nochmals was gönnen 🙂 Die Fahrt durch den Kanal war denn auch ein sehr schönes und eindrückliches Erlebnis.

Warten auf die Einfahrt in den Kanal
Korinth-Kanal
Korinth-Kanal

Nach dem Kanal ging es noch für einen Tag weiter bis nach Kefalonia, wo wir uns als ersten Stopp das Dorf Fiskardo ausgesucht hatten. Uninformiert wie wir waren, mussten feststellen, dass dies wohl eine der von all den Charterseglern am meisten besuchten Buchten ist. So gab es für uns täglich ein ziemlich unterhaltsames Ankerkino, teils waren die Manöver allerdings so haarsträubend, dass einem das Lachen verging. Mit jedem Tag wurden wir geübter darin, Juliane von den in sie krachenden Booten zu beschützen und überstanden den Aufenthalt somit unbeschadet.

Fiskardo – der grosse Ansturm kommt erst noch

In Fiskardo kamen dann auch die ersten Kaufinteressenten für Juliane zu Besuch (Wir hatten unser schwimmendes Zuhause einige Wochen davor zum Verkauf ausgeschrieben). Thomas und Susanne entschieden sich dann auch ziemlich schnell, dass sie Juliane kaufen möchten und so war der Abschluss unserer Reise auch bereits geregelt. Für uns hiess das, dass wir die letzten zwei, drei Wochen auf dem Schiff noch so richtig geniessen können, bis wir Juliane dann Mitte Juli in Brindisi übergeben.

Nach dem Trouble in Fiskardo gönnten wir uns einen Tag Auszeit in einer, zumindest für griechische Verhältnisse, einsamen Bucht, bevor wir nach Zakynthos fuhren, wo Albi mit seiner Freundin Rachel wieder an Bord kam.

Bucht von Agia Sofia
Im Stadthafen von Zakynthos

Gemeinsam verbrachten wir zwei gemütliche Wochen, erkundeten einige Ankerplätze und genossen das Nichtstun. Auf Paxos fanden wir dann unsere Lieblingsbucht und beschlossen, bis zur Überfahrt nach Brindisi hier zu bleiben. Den Tag durch erscheinen zwar einige kleinere Ausflugsboote, über Nacht sind wir jedoch meistens allein und können die schönen Abend- und Morgenstunden in Ruhe geniessen.

Lieblingsbucht
Lieblingsschiff in Lieblingsbucht

Nun sind wir noch für einen Tag hier, geniessen das Schwimmen im glasklaren Wasser und die letzten Tage, in denen wir einfach“Nichts“ tun können. Morgen Montag gehts dann rüber nach Brindisi, wo wir Juliane Mitte Juli an die neuen Eigner übergeben werden.

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