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Les Îles Marquises

Die ersten Tage nach unserer Ankunft auf Hiva Oa vergingen wie im Fluge. Nach erstem Staunen über die wunderschöne Natur, die Steilen Hügel und Klippen und die satt grünen Pflanzen überall machen wir uns ans Auskundschaften des Städtchens und der Insel sowie der Preise im kleinen Lebensmittelladen, wo wir erst mal schlucken müssen. Es wird einem ja überall gesagt, das es hier teuer ist, aber 8 Franken für eine Flasche Cola sind dann doch mehr als erwartet. Das praktisch einzige günstige Lebensmittel hier ist Baguette, welches für 60 Cent jeden Morgen frisch gekauft werden kann. Somit haben wir auch unsere Hauptnahrungsquelle der nächsten Tage bereits gefunden.

Auch das überall obligatorische Einklarieren müssen wir erledigen, und zu unserer Überraschung läuft dies so unkompliziert wie selten ab. Noch etwas: Die Angehörigen des Militärs tragen hier Hotpants, ich bin ein Fan! Nach etwas Erholung machen wir uns daran, das Boot zumindest ein Bisschen von den Spuren der Überfahrt zu befreien, da am Freitag, 22. Juli 2016, bereits Domen seinen längeren Besuch antritt.

Nach den ersten zwei Tagen einschaukeln, unser Ankerplatz war schauklig wie selten, macht er sich bereits gut an Bord und wird von uns für die Bootsreinigung eingespannt. Obwohl wir eigentlich möglichst bald eine Bucht weiterziehen möchten, läuft die Zeit mal wieder schneller als man denkt. Spazieren, Einkaufen, Baden im Meer und die Suche nach Internet verschlingen die Tage nur so. Beim abendlichen Handfischen vom Boot aus fangen wir dann auch noch unseren ersten Hai, woraus Andi fantastische Fischstäbli macht.

Wir brechen am Sonntag, 31. Juli 2016, auf zur nächsten Insel der Marquesas, Tahuata. Die Überfahrt dauert keine drei Stunden, und doch schaffen wir es, ein Fenster offen zu lassen, damit sich eine brechende Welle schön ins Boot schmuggeln konnte. Mir reichts bereits wieder, die 40 Tage der Überquerung noch in den Knochen und die Nerven entsprechend schwach. Die wunderschöne Bucht von Hanamoenoa entschädigt uns jedoch gleich für die Mühen. Genau so habe ich mir das gewünscht, Palmen, Strand und das klarste Wasser, das ich bis dahin gesehen habe.

Hier gönnen wir uns erst einmal ein schönes Bad im klaren Wasser, schwimmen an den Strand und lernen den hier wohnenden Steven kennen, der das Land hinter dem Strand bepflanzt und von dem wir viele leckere Pampelmousen und Kokosnüsse geschenkt bekommen, im Gegenzug erhält er von uns zwei Packungen Kaffee und etwas Tabak. Als er zu uns an Bord zum Essen kommt, bringt er noch gekochte Bananen mit und möchte, dass wir sie gleich alle probieren. Ich versuche zuerst noch, mich davor zu drücken, da ich Bananen wirklich überhaupt nicht mag. Als dann aber auch Andi mich dazu ermuntert, die Bananen zu probieren und meint, ich hätte diese gern, gibt es für mich keinen Ausweg mehr. Voller Angst, mein Gesicht vor Steven zu einer widerlichen Grimasse zu verziehen, sobald die Banane meinen Mund errreicht, beisse ich ein Stück ab. Und oh Wunder, ich habe sie tatsächlich gerne! Dies ist etwas vom erstaunlichsten, was im letzten Jahr passiert ist.

Einen grossen Teil der nächsten Tage verbringen wir damit, die Aussenseite unserer Juliane von all den Algen und Muscheln zu befreien, die sich seit Panama angesammelt haben. Zweimal werde ich dabei vom einem Mantaray besucht, was mich Schisshasen natürlich dazu veranlasst, sofort an Bord zu klettern. Aus sicherer Distanz sehe ich mir diese schönen Fische dann aber gerne an.

Da sich gerade ein Wetterfenster anbietet, um auf die Tuamotus zu segeln, brechen wir nach vier Tagen wieder auf mit Ziel Rangiroa, Tuamotus. Die Überfahrt war eine der mühsameren, sehr schauklig und immer wieder Wellen, die einen stets unerwartet nass machten. Vielleicht wird Domen ja in einem Gastbeitrag ausführlicher zu seiner ersten Überfahrt berichten 🙂 Aufgrund der Bedingungen (viel Wind und Wellen, was eine Einfahrt in die Atolle heikler macht) entscheiden wir uns unterwegs, an den Tuamotus vorbeizusegeln und direkt Kurs auf Tahiti zu nehmen. Hier liegen wir nun in Papeete, der Hauptstadt, vor Anker und erfreuen uns riesig am grossen Carrefour, den es hier gibt.